Darf der Zusteller mein Paket auch beim Nachbarn abgeben?

Ja, das ist grundsätzlich zulässig, sofern Sie eine solche Art der Zustellung nicht im Vorhinein untersagt haben. Der Onlineshop trägt allerdings das Risiko des Verlusts oder der Beschädigung.

Wenn Sie eine Ware bestellt haben und der Postdienstleister Sie nicht zu Hause antrifft, darf er das Paket auch bei Ihrem Nachbarn oder bei einem Geschäft ums Eck abgeben. Eine Zustimmung oder eine Vollmacht wird dafür nicht benötigt. Diese Art der Zustellung (Ersatzzustellung) darf aber nur unter den folgenden Voraussetzungen vorgenommen werden (§ 5 Abs 3 und 4 Postmarktgesetz):

  • Sie werden darüber informiert, dass Ihr Paket woanders abgegeben wurde.
  • Sie haben einer solchen Ersatzzustellung nicht im Vorhinein widersprochen.
  • Der Absender hat diese Form der Zustellung (Ersatzzustellung) nicht im Vorhinein untersagt.

Onlineshop trägt Risiko

Der Onlineshop, bei dem Sie bestellt haben, trägt allerdings das Risiko, dass Ihr Paket bei einer solchen Ersatzzustellung beschädigt wird oder verloren geht (§ 7b Konsumentenschutzgesetz). Wenn Sie Ihr Paket aus welchen Gründen also auch immer nicht bekommen, sollten Sie sich an den Onlineshop wenden und die nochmalige Lieferung der Ware fordern. Die sogenannte „Gefahrtragung“ geht nämlich erst dann auf Sie über, wenn Sie selbst die Ware körperlich in Besitz genommen haben. Davor liegt ein allfälliger Verlust oder eine allfällige Beschädigung noch in der Sphäre - und damit in der Verantwortung - des Onlineshops.

Tipp: Sie müssen sich vom Onlineshop nicht an den Postdienstleister verweisen lassen. Vielmehr muss der Onlineshop selbst sich mit Postdienstleister auseinandersetzen und klären lassen, wieso Ihnen das Paket nicht zugekommen ist.

Abstellgenehmigung

Etwas anderes gilt nur, wenn Sie dem Postdienstleister eine sogenannte Abstellgenehmigung erteilt haben. Mit dieser erlauben Sie dem Postdienstleister Pakete an einem bestimmten Ort abzulegen, wenn Sie nicht zu Hause sind. Das kann besonders im Fall von großen Paketen praktisch sein. Eine Abstellgenehmigung kann zum Beispiel für eine Stelle vor Ihrer Garage oder Ihre Terrasse erteilt werden. Sie sollten eine Abstellgenehmigung nur dann zu erteilen, wenn Ihnen ein wirklich sicherer und (auch vor Wetter) geschützter Ort zur Verfügung steht. Haben Sie eine Abstellgenehmigung erteilt, dann tragen Sie das Risiko eines Verlusts und einer Beschädigung des Pakets am genehmigten Ort. Der Postdienstleister hat seine Verpflichtung mit Ablage der Ware am genehmigten Ort erfüllt.

Die folgenden Pakete dürfen aber auch im Fall einer erteilten Abstellgenehmigung keinesfalls abgelegt werden:

  • Inkassosendungen
  • Wertsendungen
  • RSa/b-Briefe
  • persönliche bzw. eigenhändig zuzustellende Sendungen.

Mein Paket ist nicht aufzufinden. Was tun?

Der Onlineshop ist dafür verantwortlich, dass die bestellte Ware zu Ihnen kommt. Wenden Sie sich bei Problemen daher an den Onlineshop.

Das Paket kommt beschädigt an. Was tun?

Wenn eine Ware beschädigt bei Ihnen ankommt, sollten Sie die Beschädigung mit einem Foto dokumentieren und die Ware dann beim Onlineshop reklamieren.

Was tun, wenn die Lieferfrist nicht eingehalten wird?

Wenn der Onlineshop die Lieferfrist nicht einhält, können Sie ihm eine Nachfrist setzen und nach Ablauf dieser Nachfrist vom Kaufvertrag zurücktreten.

Was tun, wenn meine Bestellung nicht geliefert wird?

Wenn Ihre Bestellung nicht ankommt, können Sie den Kaufpreis zurückfordern und sich gegebenenfalls an Ihren Zahlungsdienstleister (z.B. PayPal) wenden.

Das gelieferte Produkt hat einen Fehler. Was tun?

Haben Sie eine mangelhafte Ware erhalten, handelt es sich um einen Gewährleistungsfall. Sie können in einem ersten Schritt eine Reparatur oder Austausch un...

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