Was bedeutet mein Recht auf Widerspruch?

Durch das Widerspruchsrecht können Sie unter bestimmten Voraussetzungen eine rechtmäßige Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten unterbinden.

Erfolgt eine Datenverarbeitung unrechtmäßig, dürfte diese gar nicht stattfinden. In diesem Fall haben Sie ohnehin einen Anspruch auf Löschung der personenbezogenen Daten.

Achtung: Der Widerspruch ist nicht zu verwechseln mit dem Widerruf einer von Ihnen erteilten Einwilligung.

Sie haben auch ein allgemeines Widerspruchsrecht, wenn eine Datenverarbeitung grundsätzlich rechtmäßig wäre, doch Ihre besondere Situation die konkrete Datenverarbeitung ausnahmsweise unzulässig macht. Ob eine besondere Situation vorliegt, ist im Einzelfall zu prüfen. Verändert sich Ihre Situation oder auch die Qualität, wie stark durch die Datenverarbeitung in Ihre Rechte eingegriffen wird, könnten dies Gründe für einen Widerspruch sein. Nach einem erfolgreichen Widerspruch müssen die Daten gelöscht werden.

Eine Online-Zeitung veröffentlicht einen Artikel, in dem über die Insolvenz des Unternehmers Uwe berichtet wird. Die Verarbeitung der personenbezogenen Daten durch die Online-Zeitung ist rechtmäßig, weil ein erhebliches Informationsinteresse der Allgemeinheit besteht und das Geheimhaltungsinteresse von Uwe nicht überwiegt. Uwe hat kein Recht dieser Datenverarbeitung zu widersprechen. Viele Jahre später erhebt Uwe allerdings Widerspruch gegen die Datenverarbeitung. Die Online-Zeitung wird die weitere Datenverarbeitung (also das Abrufen des Artikels) unterlassen müssen, weil sich die Situation von Uwe mittlerweile geändert hat und die Datenverarbeitung das berufliche Fortkommen des Unternehmers unverhältnismäßig erschwert.

Werden personenbezogene Daten verarbeitet, um Direktwerbung zu betreiben, haben Sie das Recht, jederzeit Widerspruch gegen eine solche Datenverarbeitung einzulegen. In diesem Fall findet keine Interessenabwägung statt. Sie müssen spätestens zum Zeitpunkt der ersten Kommunikation auf das Widerspruchsrecht hingewiesen werden.

Ein Sportwarengeschäft erhält durch einen Verkauf eines Sportartikels die Kontaktdaten der Kundin Angelika. Das Geschäft schickt Angelika in weiterer Folge einen Brief, in dem der baldige Sommerschlussverkauf beworben wird. Die Datenverarbeitung durch das Sportwarengeschäft ist grundsätzlich rechtmäßig, weil das Sportwarengeschäft ein berechtigtes Interesse an der Direktwerbung hat. Angelika kann der Datenverarbeitung aber sofort widersprechen und das Geschäft muss die zu Werbezwecken durchgeführte Datenverarbeitung sofort beenden sowie die personenbezogenen Daten von Angelika löschen. Die Daten müssen allerdings nicht gelöscht werden, wenn die Speicherung aufgrund eines anderen Erlaubnistatbestands zulässig ist.

Worüber muss ich vor einer Datenverarbeitung informiert werden?

Bevor Daten über Sie erhoben werden, müssen Sie beispielsweise über den Zweck der Datenverarbeitung, Ihre Rechte und über die Kontaktdaten des Verantwortli...

Was ist eine Datenschutzerklärung?

In einer Datenschutzerklärung informieren Verantwortliche die betroffenen Personen darüber, welche Datenverarbeitungen vorgenommen werden. Die betroffenen ...

An wen kann ich mich bei Verletzung meiner Rechte wenden?

Werden Ihre Rechte verletzt, können Sie sich als betroffene Person direkt an die österreichische Datenschutzbehörde wenden und dort eine Beschwerde einreic...

Wie kann ich eine Beschwerde an die Datenschutzbehörde einreichen?

In Österreich können Sie die Beschwerde per Post oder E-Mail einreichen. Auf der Webseite der österreichischen Datenschutzbehörde finden Sie dafür ein Form...

Was passiert nachdem meine Beschwerde bei der Datenschutzbehörde eingelangt ist?

Die Datenschutzbehörde muss nach dem Einlangen einer Beschwerde die behauptete Datenschutzverletzung untersuchen. Besteht tatsächlich eine Datenschutzverle...

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