Kann ein Unternehmen die Löschung einer negativen Bewertung verlangen?

Grundsätzlich muss die Betreiberin oder der Betreiber einer Bewertungsplattform eine negative Bewertung nicht löschen, wenn ein Unternehmen dies verlangt. Ein Unternehmen kann nur dann eine Löschung verlangen, wenn die Bewertung rechtswidrig ist.

Zwischen Ihnen als bewertende Nutzerin oder Nutzer und den PlattformbetreiberInnen besteht in der Regel ein Vertrag über die Nutzung der Bewertungsplattform. In diesem ist geregelt, dass die PlattformbetreiberInnen abgegebene Bewertungen veröffentlichen. Ein bewertetes Unternehmen hat daher grundsätzlich keinen Anspruch darauf, dass negative Bewertungen gelöscht werden, nur weil die Bewertung für das Unternehmen unangenehm ist oder sich negativ auf das Geschäft auswirkt.

Ein bewertetes Unternehmen kann allerdings dann die Löschung einer Bewertung verlangen, wenn die Bewertung einen rechtswidrigen Inhalt hat und dies für die BetreiberInnen der Plattform auch erkennbar ist. Rechtswidrig ist eine Bewertung etwa dann, wenn sie beleidigende Äußerungen oder unwahre Tatsachenbehauptungen enthält.

Handelt es sich um eine nicht klar erkennbare Rechtsverletzung, muss das Unternehmen begründete Angaben machen, wieso die Bewertung rechtswidrig ist. Auch Sie als bewertende Person müssen beweisen, wieso die Behauptungen richtig sind. Reagieren die PlattformbetreiberInnen auf begründete Beanstandungen des Unternehmens nicht, könnten die BetreiberInnen von einem Gericht wohl zur Unterlassung einer weiteren Veröffentlichung verurteilt werden. In der Praxis kann es allerdings sehr schwierig und aufwändig sein, den Anspruch auf Löschung einer Bewertung gegenüber den PlattformbetreiberInnen durchzusetzen.

Ein Nutzer namens „Albrecht Dürer“ hinterlässt auf der Bewertungsplattform „Google“ eine Bewertung zum Arzt Dr. Karl Schweitzer. „Albrecht Dürer“ gibt in seiner Bewertung an, dass er in der Praxis von Dr. Karl Schweitzer nicht nach den Regeln der ärztlichen Kunst behandelt wurde. Dr. Karl Schweitzer teilt der Bewertungsplattform „Google“ darauf mit, dass eine Person namens „Albrecht Dürer“ nie bei ihm in Behandlung gewesen sei und legt einen Nachweis vor, dass in seinem Aktenverwaltungssystem keine Patientenakte zu einer Person namens „Albrecht Dürer“ existiert. „Google“ müsste den Nutzer „Albrecht Dürer“ nun zur Stellungnahme auffordern, um herauszufinden, ob der Nutzer tatsächlich in der Praxis des Dr. Karl Schweitzer war oder ob es sich bei der Bewertung um eine falsche Tatsachenbehauptung handelt. Wenn der Nutzer dies nicht näher beweisen kann oder keine Stellung nimmt, muss „Google“ die Bewertung löschen.

Dürfen PlattformbetreiberInnen von sich aus Bewertungen löschen oder unterdrücken?

Welche Rechte Sie als Nutzerin oder Nutzer als auch die PlattformbetreiberInnen haben, ist meist in den allgemeinen Nutzungsbedingungen festgeschrieben. Ei...

Muss sich jede Person und jedes Unternehmen bewerten lassen?

Bewertungsplattformen werden immer zentraler und betreffen nicht mehr nur Unternehmen, sondern auch Einzelpersonen. Dadurch wird die Frage, ob sich jede Pe...

Was muss ich bei der Abgabe einer Bewertung beachten?

Wenn Sie ein Produkt oder ein Unternehmen bewerten, dürfen Sie nicht die Grenze zur Rechtswidrigkeit überschreiten. Werden Sie daher nicht beleidigend und ...

Muss ich eine negative Bewertung löschen, wenn mich ein Unternehmen dazu auffordert?

Fordert Sie ein Unternehmen dazu auf, eine Bewertung zu löschen, müssen Sie diese nur dann entfernen, wenn die Bewertung rechtswidrig ist.

Welche negativen Folgen kann eine überzogene Bewertung haben?

Wenn Sie eine Bewertung veröffentlichen, die die Grenze zur Rechtswidrigkeit überschreitet, kann die betroffene Person oder das betroffene Unternehmen eine...

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